Bei „Smart Home“ spricht man kurz gesagt vom intelligenten Zuhause. Unter „Smart Home“ werden technische Verfahren, Systeme und Dienste in Wohnräumen, -häusern und der Wohnumgebung verstanden, die auf vernetzten Geräten und Installationen sowie automatisierbaren Abläufen basieren und zur Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität, der Sicherheit sowie zur Steuerung der Energienutzung beitragen sollen. Aktuelle Angebote am deutschen Markt betreffen zum Beispiel die Vernetzung und Steuerung von Heizungsthermostaten, Jalousien, Beleuchtung, Tür- und Hauskameras oder Rauchmeldern. Insbesondere solche nachrüstbaren Lösungen, die jedermann – egal ob Mieter oder Eigentümer – zu vergleichsweise moderaten Preisen erwerben und oftmals selbständig in den eigenen vier Wänden installieren kann, waren Gegenstand des 4. Verbraucherdialogs „Smart Home“, der von Juni 2015 bis Februar 2016 in Mainz stattfand.

Was genau bedeutet es, wenn Geräte „intelligent“ werden? Welche Komponenten lassen sich wie programmieren, vernetzen und steuern? Wie ist die Nutzung vertraglich geregelt, welche Sorgfaltspflichten fallen an? Wie lange halten die Geräte? Wer hat Zugriff auf welche Daten und zu welchem Zweck, wie erfolgt die Zugriffskontrolle? Diese und weitere verbraucher- und datenschutzrelevante Fragen wurden im 4. Verbraucherdialog aufgegriffen und im Austausch mit Expertinnen und Experten u.a. des Verbraucher- und Datenschutzes, der Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert. Zielsetzung war die Entwicklung von Empfehlungen für Anbieter zur verbraucher- und datenschutzfreundlichen Angebotsgestaltung sowie von Empfehlungen für Verbraucherinnen und Verbraucher, worauf sie bei der Auswahl und Nutzung von Smart Home-Lösungen achten sollten.

Im Ergebnis konnte gemeinsam mit den beteiligten Verbänden, Unternehmen, Behörden und Organisationen ein umfassendes Papier erarbeitet und einstimmig verabschiedet werden, welches auf dieser Seite zum Download zur Verfügung steht. Die Empfehlungen sind technikneutral und betreffen insbesondere sicherheits-, anwendungs-, kosten- und datenschutzrelevante Kriterien unter Berücksichtigung technisch-organisatorischer Maßnahmen, vertragsrechtlicher Bestimmungen und Maßnahmen zur Verbraucherinformation. Herausgearbeitet wurden zwölf Schwerpunkte, welche sowohl den Empfehlungen für Anbieter als auch den Empfehlungen für Verbraucherinnen und Verbraucher zugrunde liegen.

Der Verbraucherdialog ist eine Initiative in bewährter Kooperation des Ministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz, der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. sowie des rheinland-pfälzischen Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Er versteht sich als konstruktiver und praxisorientierter Beitrag zu einem vorsorgenden Verbraucher- und Datenschutz. Ziel ist, dass Verbraucher- und Datenschutzinteressen von Anfang an verlässlich bei der Angebotsgestaltung berücksichtigt und Verbraucherinnen und Verbraucher im Umgang mit neuen Angeboten und Technologien unterstützt werden.
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